aus der Welt der Sagen

Um jedes alte Haus ranken sich Geschichten und Sagen; so auch um das „Vergratene Wirtshaus“ und wie es zu seinem Namen kam:

Vor über hundert Jahren wurde das Haus als Unterkunft für die Bauleute der Guldenbrücke erbaut. Später versuchte ein Wildbader Bürger ein Wirtshaus für die Holzfuhrleute und Flößer des oberen Enztales darin einzurichten. Doch der Plan des Wirts scheiterte an den Ämtern der Stadt, die ihm eine Konzession verweigerten und aus dem Wirtshaus wurde nichts. Bald zog Armut und Unglück in das Haus an der Enz ein: Die Frau des Wirts etränkte sich mit ihrem Kind im Fluß und der Mann erhängte sich kurz darauf an einem Balken im Haus.

Das Haus wurde nicht mehr genutzt und fiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem es erst zwei junge Männer 1950 wachküssten als sie es für den CVJM Sonnenberg entdeckten und mit vielen Helfern ausbauten. Die Wildbader Bürger, die von dem Vorhaben hörten, das alte Haus wieder aufzubauen, sagten: „Des isch doch des vergrotene Wirtshaus.“(Für Nichtschwaben: Das Wirtshaus aus dem nichts geworden ist) Der Name blieb, und noch heute soll die alte Wirtin bei Vollmond und Wiesennebel zwischen den Büschen aus der Enz herauskommen und auf dem Gelände spuken.