Geschichte des Hauses

Um jedes alte Haus ranken sich Geschichten und Sagen- so auch um das „Vergratene Wirtshaus“ und wie es zu seinem Namen kam.
Ein Teil der Geschichte des Hauses konnte aufgrund der architektonischen Besonderheiten, die beim Umbau im Jahr 2000 zu Tage kamen, recherchiert  werden:
Vor über zweihundert Jahren hatte hier der sogenannte Hummelhalter d.h. der Farren- oder Stierhalter der Gemeinde, sein Wirtschaftsland mit Scheuer. Ende des 19. Jahrhunderts wurde daraus ein Magazingebäude für den Bau der Guldenbrücke. Deshalb hatte das Haus in früheren Jahren keine Zwischendecke und keine Zwischenwände.
Soweit ist die Geschichte des Vergratenen Wirtshauses gesichert. Ab hier beginnt die Welt der Gerüchte und Sagen:
Später versuchte ein Wildbader Bürger ein Wirtshaus für die Holzfuhrleute und Flößer des oberen Enztales darin einzurichten. Doch der Plan des Wirts scheiterte an den Ämtern der Stadt, die ihm eine Konzession verweigerten und aus dem Wirtshaus wurde nichts. Bald zog Armut und Unglück in das Haus an der Enz ein: Die Frau des Wirts ertränkte sich mit ihrem Kind im Fluss und der Mann erhängte sich kurz darauf an einem Balken im Haus.
Das Haus wurde nicht mehr genutzt und fiel in einen Dornröschenschlaf, aus dem es erst zwei junge Männer 1950 wachküssten als sie auf einer Schwarzwaldrundfahrt das Gerippe eines Hauses entdeckten. Nach Verhandlungen mit der Stadt Wildbad konnten Haus und Grund mit der beabsichtigten Nutzung als Ferienheim gekauft werden. Mit enormem Pioniergeist, Geld- und Sachspenden wurde dann das Haus von vielen Helfen aus Sonnenberg innerhalb eines Jahres zum Ferienheim ausgebaut.
Die Wildbader Bürger, die von dem Vorhaben hörten, das alte Haus wieder aufzubauen, sagten:
„Des isch doch des vergrotene Wirtshaus.“ (Für Nichtschwaben: Das Wirtshaus aus dem nichts geworden ist)
Der Name blieb, und noch heute soll die alte Wirtin bei Vollmond und Wiesennebel zwischen den Büschen aus der Enz herauskommen und auf dem Gelände spuken.

Damals ahnte sicherlich noch niemand, welche Verbundenheit aller Generationen zu diesem Haus wachsen würde. Von Anfang an sind der CVJM Sonnenberg und das „Vergratene Wirtshaus“ unzertrennlich. Das Haus wurde zu einem Treffpunkt für Jung und Alt mit vielen guten Gesprächen, Liedern am Lagerfeuer, Spiel und Sport. Hier finden Jungscharlager, Familienfreizeiten, Probewochenenden, Mitarbeiterseminare und vieles mehr statt. Für alle Mitglieder und Freunde des Vereins ist dieses Haus mit vielen schönen Erinnerungen verbunden. Es war und ist für unseren Verein ein Ort der Gemeinschaft unter Gottes Segen.

Die große Verbundenheit mit dem Ferienheim zeigt sich besonders am hohen ehrenamtlichen Engagement, mit dem das Haus getragen wird. Allein durch die Mieteinnahmen kann ein Ferienheim dieser Art nicht existieren. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit und eine Vielzahl an Spenden sind notwendig umden Betrieb zu ermöglichen: Hausverwaltung, Vermietung, Kasse, Hausabnahme, Organisation von Arbeitseinsätzen, kleine und größere Reparaturen und noch vieles mehr wird für das „Vergratene Wirtshaus“ ausschließlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter geleistet. Besonders wichtig für die Erhaltung und die ständige Modernisierung sind die beiden Arbeitswochenenden, die jährlich stattfinden. Hier kommen jedes mal um die 50 Freunde und Freundinnen unseres Ferienheims zusammen um Großputz zu machen, Rasen zu mähen, Umbauarbeiten und Reparaturen durchzuführen.

Auch der große Umbau im Jahr 2000 wurde zu einem Großteil durch freiwillige Helfer in vielen Stunden und Tagen harter Arbeit durchgeführt.Auch Gruppen anderer Vereine und Organisationen sind im „Vergratenen Wirtshaus“ herzlich willkommen. Wir bemühen uns, unser Haus und das Gelände so zu gestalten, dass es zum Gelingen von Freizeiten und Ferien beiträgt und freuen uns über jede Gruppe, die unsere Arbeit schätzt, unser Ferienheim mit Freuden nutzt und sorgsam mit ihm umgeht.