Geschichte

Die Geschichte des CVJM Sonnenberg

Die Siedlung Sonnenberg wird im Wesentlichen in den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut. Bereits 1939 gibt es dort einen Jungmännerkreis, der sich nach dem Krieg am 4.11.1947 als CVJM Sonnenberg dem CVJM Stuttgart anschließt. Er bildet die einzige Vorort-Zweigabteilung dieses Vereins. Bald wird von Breslauer Vertriebenen auch eine Bubenjungschargruppe gegründet. Es werden erste Freizeiten, zum Teil mit Hilfe von US-Armeelastwagen und US-Lebensmitteln, durchgeführt. 1949 bestehen bereits der Jungmännerkreis, die Jungschar und die Jungenschaft. Außerdem gibt es eine Tischtennisabteilung und einen Posaunenchor mit aus den USA gespendeten Instrumenten. Treffen finden in der evangelischen „Holzkirche“ statt. Der „Monatsanzeiger“  mit den aktuellen Veranstaltungen entsteht und wird von nun an monatlich (ab 1997 alle zwei Monate) in jeden Haushalt von Sonnenberg und der Parksiedlung Möhringen verteilt.

1950 wird durch die Initiative des Vorsitzenden Erich Stahr in Wildbad ein ehemaliges Stallgebäude (genannt „Vergratenes Wirtshaus“) für 980 DM gekauft. Das Haus befindet sich jedoch in einem sehr desolaten Zustand. In einem 14-tägigen Sommerlager und vielen Wochenendeinsätzen wird das Haus instand gesetzt und umgebaut. Die Einweihung wird an Himmelfahrtstag 1951 gefeiert.

Von 1951-1965 wird der CVJM Sonnenberg unter der Leitung von Walter Adler zu einem anerkannten, wichtigen Verein in Sonnenberg. Auf einem Sportplatz des CVJM Stuttgart im Ramsbachtal bei Degerloch gibt es Sporttage und Jungschartage mit verschiedenen Wettkämpfen. Die Jungscharstunden sind geprägt von Andachten, erzählten Geschichten, Kurzvorträgen und Quiz. Die Grundhaltung ist eher konservativ. Zeitkritische, politische Themen werden nicht behandelt. Die Freizeiten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Gemeinsam mit dem CVJM Stuttgart finden Freizeiten im Sommer und im Winter statt.
1966 wird das neue evangelische Gemeindezentrum gebaut. Der CVJM Sonnenberg erhält einen eigenen Raum. Monatlich werden Spielfilme und selbst gedrehte Schmalfilme gezeigt. Die Gesamtleitung aller Gruppen hat Walter Adler. Ab 1964 finden zweimal jährlich Altpapiersammlungen statt. Diese führen Alt und Jung zusammen und sind jedes Mal ein großes Ereignis. Die Erlöse kommen der Vereinsarbeit bzw. Dritte-Welt-Projekten zugute. 1987 müssen die Sammlungen wegen des Preisverfalls beim Altpapier und wegen Einführung der städtischen Altpapiertonne eingestellt werden.
Die Freizeiten sind weiterhin Höhepunkte der Vereinsarbeit und dienen als Keimzelle für neue Gruppen. Hierfür werden neue, große Hauszelte und eine gute Campingausstattung angeschafft.

1970 wird Rolf Dieter Hermann erster Vorsitzender. Der Monatsanzeiger wird ab 1975 von Hansjörg Burr herausgegeben. Ab 1979 heißt der CVJM offiziell „Christlicher Verein Junger Menschen“. Das bedeutet, gemeinsame Verantwortung von Frauen und Männern und vor allem gemeinsame Gruppen und gemischte Freizeiten. Die Leitung der Gruppen und Freizeiten erfolgt inzwischen durch ein Team aus mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da fast alle das Gymnasium besuchen und anschließend auswärts studieren, wechseln die Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen. Trotzdem ist eine kontinuierliche Jugendarbeit garantiert. Über den Gemeindpfarrer Gerhard Fischer beginnt ein Kontakt mit DDR-Jugendlichen durch jährliche Besuche der Ostberliner Patengemeinde und gemeinsame Freizeiten in Ungarn. Die Ideen der Friedensbewegung spiegeln sich auch in zahlreichen anderen Aktivitäten wider. Die Musikgruppe „Regenbogen“ entsteht 1984. Durch Auftritte in Gottesdiensten, bei Kirchentagen und Festivals wird sie zu einer bekannten Gruppe und trägt dazu bei, dass moderne geistliche Musik im Gottesdienst einen festen Platz erhält.

Nach inhaltlichen Auseinandersetzungen mit dem CVJM Stuttgart wird am 15. Januar 1994 der CVJM Sonnenberg e.V. als eigenständiger Verein im Vereinsregister eingetragen. Volker Frick ist bis 1999 erster Vorsitzender. Das Vermögen wird vom Hauptverein auf den CVJM Sonnenberg übertragen. Es muss eine eigene Kassenverwaltung erstellt werden, der Verein wird steuerpflichtig und muss alle Rechts- und Versicherungsverpflichtungen selbst übernehmen. Das Ferienhaus in Wildbad wird im Grundbuch auf den CVJM Sonnenberg e.V. übertragen.

Zur Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ab 1998 ein(e) Jugendreferent(in) angestellt. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich auf Vereinskosten durch Spenden und Beträge. 1999 übernimmt Ulrich Metzger den Vorsitz des Vereins.

Hauptschwerpunkt der Vereinsarbeit ist in den Jahren 1999 bis 2001 der große Umbau des Freizeitheims „Vergratenes Wirtshaus“. An Himmelfahrttag 2001 wird der Abschluss des Umbaus zusammen mit dem 50-jährigen Jubiläum des Ferienheims mit einem großen Fest gefeiert.

Bis heute bildet die Jugendarbeit den Schwerpunkt des Vereins. Manches wurde verändert, manches neu begonnen. So gibt es inzwischen jährlich einen großen Ski-Bazar, ein Jahresfest mit allen Jungscharen und Mitarbeitern und eine Skiausfahrt nach Balderschwang.