Aus dem Tagebuch eines Teilnehmers
5.10 Uhr Der Wecker klingelt. Ich überlege kurz warum so früh – richtig ich habe mich auch dieses Jahr wieder zur Skiausfahrt nach Balderschwang angemeldet. Schnell raus ins Bad, Kaffee kochen zum Mitnehmen in der Thermoskanne und dann schnell ab zum Treffpunkt Hallenbad.
5.45 Uhr Der Bus steht schon da und auch einige Tiefgefrorene, die beim Begrüßen gerne die Handschuhe anlassen.
5.59 Uhr Der letzte Teilnehmer kommt herbei geeilt und sichert sich den letzten Platz im Bus – jetzt kann`s losgehen. Es ist noch schön dunkel und der Bus gemütlich warm, sodass mir schnell wieder die Augen zufallen.
7.45 Uhr Der Reiseleiter reißt mich mit einer Durchsage mitten aus dem Schlaf und kündigt an, nun die Gutscheine für die Liftpässe zu verteilen. Nebenbei stelle ich fest, dass das Thermometer im Bus -9° C anzeigt und das kurz vor dem Allgäu, na ja – damit kann man leben.
8.45 Uhr Kurz vor Balderschwang zeigt das Thermometer bereits -14° C und der Busfahrer erklärt uns dann, das es zur angezeigten Temperatur immer 5 bis 6° kälter ist – na prima! Draußen ist es traumhaft schön, keine Wolke am Himmel, alles dick eingeschneit – die Straße sieht aus wie ein frei gefräster Eiskanal.
8.55 Uhr Wir fahren auf den Parkplatz und beginnen uns warm anzuziehen. Schon kommt der Reiseleiter mit den Liftpässen von der Kasse zurück und faselt etwas von -24° C. Na ja – es scheint ja zum Glück die Sonne.
9.20 Uhr Wir fahren mit dem 4er-Sessel nach oben, noch während der Fahrt merke ich, dass die Handschuhe diesen Temperaturen nicht standhalten können, auch wenn -30° C darauf steht. Mein Nebensitzer gibt kund, dass die Zehen am rechten Fuß auch nicht mehr so warm sind wie im Bus.
9.30 Uhr Wir machen „Armkreisen“ und dann geht’s los die Piste runter zum Schwarzenberglift: Herrlicher Schnee, Sonne pur und extrem kalt. In den letzten Jahren war hier immer viel los, heute haben wir die Piste für uns und auch am Schlepper wartet niemand auf einen Bügel.
10.30 Uhr Jetzt geht nichts mehr – Finger und Zehen sind tief gefroren. Nach 4 Abfahrten beschließen wir eine Pause in der Schelpenalp einzulegen, die bereits mehr als voll ist. Dort treffen wir so manches bekannte Gesicht aus dem Bus: Ein Vater versucht seine Kinder wieder aufzutauen – die Mutter ist erst gar nicht mitgekommen. Eine Frau begrüßt mit schmerzverzerrtem Gesicht das Gefühl in ihren Zehen. Wir trinken einen heißen Tee.
11.00 Uhr Wir sind wieder warm und heiß auf weitere Abfahrten und starten zur zweiten Runde. Zur Sonne und Kälte gesellt sich nun auch noch der Ostwind.
12.30 Uhr Endlich Mittagspause – doch es ist nicht der Hunger, der uns in die Hütte treibt, sondern die Freude auf Temperaturen, die über dem Gefrierpunkt liegen. Freunde haben bereits einen großen Tisch belegt, sodass wir kein Problem mit der Platzsuche haben – der Germknödel ist obligatorisch!
13.30 Uhr Auf zur dritten Runde: diesmal Richtung Hochschelpenlift, wo die Fuchshütte ggf. in greifbarer Nähe liegt.
14.45 Uhr Nach ein paar Abfahrten entdecke ich bei meinen Mitfahrern die weißen Nasenspitzen, die Freunde mit den Sturmhauben würden am liebsten loslachen, wenn sie nicht so Probleme mit den Fingerspitzen hätten. Es reicht wieder - schnell gehts in Richtung Fuchshütte.
14.50 Uhr Nichts ist es! In der Fuchshütte gibt es nahe dem zugigen Bereich am Eingang ein paar Stehplätze. Also Ski wieder an und die Familienabfahrt ganz runter zur Schelpenalp. Dort sitzt bereits fast der ganze Bus und genießt die heißen Getränke.
15.30 Uhr Auf zur letzen Runde: Ein paar Nimmersatte überreden mich, auch nochmals mitzukommen. Wir lassen es auf der FIS-Standardstrecke nochmals richtig krachen.
16.25 Uhr Alle sind pünktlich und ohne größere Schäden wieder zurück. Der Bus startet und wir machen es uns gemütlich bei Vesperbroten und lauwarmen Getränken aus der Thermoskanne.
19.30 Uhr So früh wie noch nie sind wir wieder am Hallenbad in Sonnenberg. Es war ein sehr schöner Tag, der allen in Erinnerung bleiben wird – das Thermometer im Bus zeigt bereits wieder – 9°C d.h. siehe oben……